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Notizen eines rastlosen Geistes

Darktable: Hardwarevoraussetzungen und erste Schritte

Mit Darktable gibt es mittlerweile ein freies und plattformübergreifendes Programm, das tatsächlich das Zeug dazu hat, Adobes „Lightroom“ ernsthaft Konkurrenz zu machen, zumindest wenn man sich um Privatsphäre und den Schutz der eigenen Daten Gedanken macht (Lightroom gibt es nur noch als „Cloud-Lösung“) und ein Freund freier Software ist. Hier soll es zunächst um ein paar Hardwarevoraussetzungen und erste Schritte mit dem Programm gehen. Ein vollständigerer möglicher Arbeitsablauf wird später thematisiert.

Hardwarevoraussetzungen

Grundsätzlich funktioniert Darktable mit relativ moderater Hardware, und was den Prozessor angeht, ist es tatsächlich auch gar kein Problem, es auf einem i3-2120 (von 2011) laufen zu lassen.

Was man Darktable allerdings spendieren sollte, ist eine dedizierte Grafikkarte, die OpenCL unterstützt. Das beschleunigt sehr viele Arbeitsprozesse ganz ungemein, und sobald die Grafikkarte physisch installiert ist und vom Betriebssystem unterstützt wird (inklusive OpenCL), nutzt Darktable automatisch diese Ressourcen. Aus eigener Erfahrung ist eine Grafikkarte mit einem Geforce-GTX-1650-Chip (von Asus) mit 4 GB RAM eine feine Sache, dafür aber noch bezahlbar (aktuell ca. 150 EUR).

Darüber hinaus ist für die aktuelle Bearbeitung eine SSD-Platte statt drehender Festplatte ebenfalls aufgrund der höheren Zugriffsgeschwindigkeiten zu empfehlen. Allerdings sollte der Großteil der Bilder nach der Bearbeitung auf einer drehenden Platte gelagert werden, sowohl wegen des benötigten Platzes als auch wegen der Datensicherheit. Gerade für letztere empfiehlt sich eine RAID-Konfiguration aus zwei Platten. In einem Rechner mit ausreichend großem Gehäuse sollte das kein Problem sein.

Datensicherung spielt gerade bei digitalen Bildern eine nicht zu unterschätzende Rolle, entsprechend ist ein NAS im heimischen Netzwerk, auf dem mindestens die originalen Bilddateien abgelegt werden, ebenfalls sehr zu empfehlen.

Gegenwärtige Hardwareausstattung des Autors mit Relevanz für die Bildbearbeitung mit Darktable:

  • 32”-Monitor (4K)
  • dedizierte Grafikkarte (Geforce-GTX-1650-Chip, 4 GB RAM)
  • SSD (Samsung PRO 250 GB)
  • RAID-1 mit 2x 2 TB WD Black

Darktable installieren

Natürlich ist der erste Schritt, das Programm zu installieren. Ein Blick auf die Installationsanleitung verrät, dass Darktable für alle großen Betriebssysteme verfügbar ist. Aufgrund der Inkompatibilität zwischen Version 2.x und 3.x sollte man darauf achten, unbedingt die Version 3.x zu installieren, insbesondere wenn man das aus den Paketquellen der jeweiligen Linux-Distribution heraus tut. Für Debian-Nutzer: Darktable 3 ist über buster-backports erhältlich.

Erste Schritte

Darktable ist ein sehr mächtiges Programm, und wie immer bei solchen Programmen gilt: Je mehr Möglichkeiten, desto komplexer die Bedienung. Sehr hilfreich für einen Überblick ist das Handbuch, das in unterschiedlichen Sprachen erhältlich ist.

Alles beginnt mit dem Import von Dateien, entweder direkt von der Kamera oder von einer Speicherkarte, also letztlich einem Verzeichnis.

Ein wichtiger Aspekt: Darktable ändert nie die ursprünglichen Dateien, sondern legt für alle Bilder eine Metadatendatei mit der Endung „.xmp“ neben die ursprüngliche Datei. Diese Strategie hat den großen Vorteil, dass die originale Datei nur gelesen, aber nie neu geschrieben wird, was Verluste und eventuelle Korruption der Datei weitestgehend ausschließt.

Darktable organisiert die Imports in „Filmrollen“ und zeigt dabei in der Regel nur den Namen des untersten Verzeichnisses an. Das bedeutet, dass es sehr sinnvoll sein kann, das Verzeichnis mit dem kompletten Datum, ggf. gefolgt von einem kurzen Schlagwort, zu benennen. Ob man dann diese Verzeichnisse zusätzlich noch nach Jahren (oder sogar Monaten) in Unterverzeichnisse sortiert, ist eine Frage des persönlichen Geschmacks. Die Schreibung des Datums in der Form Jahr-Monat-Tag ist allerdings keine Frage des persönlichen Geschmacks, sondern im Sinne einer sinnvollen Sortierung eine Notwendigkeit.

Ähnlich wie Lightroom kennt Darktable mehrere Anzeigemodi, am wichtigsten sind vermutlich der Leuchttisch (lighttable) und die Dunkelkammer (darkroom), ersterer für den (schnellen) Überblick über die Bilder einer Filmrolle bzw. der gesamten Sammlung, letzterer für die eigentliche Betrachtung und Nachbearbeitung.

Alle Verarbeitungsschritte werden durch sogenannte Module bereitgestellt, jeder Schritt wird in der XMP-Datei abgelegt und kann auf andere Bilder angewandt werden. Außerdem is die komplette Historie immer nachvollziehbar.

Weitere Ansichten sind u.a. eine Karte (basierend auf OpenStreetMap), die die Bilder verortet, wenn in den Metadaten entsprechend Koordinaten vorhanden sind, und eine Diashow (slideshow).

Es empfiehlt sich sehr, sich mit den wesentlichen Tastenkürzeln für Darktable vertraut zu machen, weil sich das Programm so sehr viel einfacher und schneller bedienen lässt. Eine sehr praktische Funktion: Durch Drücken von H wird ein Fenster mit den Tastenkürzeln für den aktuellen Kontext eingeblendet.

Für alle weitergehenden Arbeiten mit Darktable sei auf das Handbuch verwiesen.